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Neue Pläne für die Volksbühne

Die Berliner Volksbühne hat schwierige Zeiten hinter sich. Für die nächsten zwei Jahre leitet Klaus Dörr das Theater. Er setzt auf neue Unterstützung - und ein junges Gesicht aus dem Kino.



Klaus Dörr
Klaus Dörr, Intendant der Volksbühne Berlin, steht vor dem Gebäude am Rosa-Luxemburg-Platz.   Foto: Jens Kalaene

Nach einer turbulenten Zeit hat der Intendant Klaus Dörr die Weichen für die nächsten zwei Jahre an der Berliner Volksbühne gestellt. Das Theater soll wieder ein größeres, festes Ensemble bekommen.

Zu den 17 Darstellern gehört auch die aus den «Fack ju Göhte»-Filmen bekannte Schauspielerin Jella Haase, wie Dörr am Freitag ankündigte. Er leitet das Haus vorübergehend.

Regisseur Thorleifur Örn Arnarsson wird neuer Schauspieldirektor. Der Isländer plant eine Neuerzählung von Homers «Odyssee», als Teil einer Antiken-Trilogie. Er hat an der renommierten Ernst-Busch-Hochschule studiert, ebenso wie die neue Hausregisseurin Lucia Bihler. Sie will ihren Schwerpunkt bei feministischen Themen setzen.

Dörr sagte, jemand habe ihm den Tipp gegeben, Jella Haase zu engagieren. Auf der Bühne habe sie alle überzeugt. Er habe die 26-Jährige vorher nicht gekannt. «Ich gehe wenig ins Kino. Vielleicht ein Fehler.»

Die Volksbühne - eines der Traditionstheater in Berlin - hatte die vergangenen Jahre Schlagzeilen gemacht. Nachdem der Theatermacher Frank Castorf das Haus ein Vierteljahrhundert geleitet hatte, sollte der belgische Kurator Chris Dercon übernehmen. Dem früheren Museumsmann schlug aber viel Skepsis aus der Kulturszene entgegen.

Vor einem Jahr gab Dercon seinen Posten nach nicht mal einer Spielzeit auf. Nun läuft die Suche nach einer dauerhaften Nachfolge. «Wir arbeiten gründlich und ordentlich und nehmen uns die Zeit, die wir brauchen», sagte ein Sprecher von Kultursenator Klaus Lederer (Linke) der Deutschen Presse-Agentur.

Dörr soll das Haus nach einer Verlängerung nun bis zum Sommer 2021 führen. Die neue Spielzeit ab Herbst stellt er unter das Schlagwort «Geschichtsmaschine». 2019 gebe es viele Bezüge zu historischen Daten - etwa zur Weltwirtschaftskrise 1929, dem Kriegsbeginn 1939 oder dem Mauerfall 1989. Man wolle keine historischen Vorlesungen halten, sondern schauen, welche Themen sich aufgestaut hätten, sagte Dörr.

Geplant ist zum Beispiel das Stück «Germania» nach Heiner Müller. Mit Hilfe des Programms sollen Rassismus, Postkolonialismus und Feminismus beleuchtet werden. Regisseurin Bihler will in ihrem ersten Projekt namens «Final Fantasy» etwas über weibliche Lust erzählen, die immer noch «mit einem männlichen Blick» belegt sei.

Nach Dercons Abgang hatte es auch Debatten über Auslastung und Finanzlage der Volksbühne gegeben. Die Auslastung habe im ersten Halbjahr 2018 bei 66 Prozent gelegen, im zweiten Halbjahr dann bei 80 Prozent, sagte die Geschäftsführende Direktorin Nicole Lohrisch. Als sie das Haus übernommen hätten, hätten sie mit einem Defizit von einer Million Euro begonnen. Nun wird immer noch ein Minus von 600.000 Euro für das vergangene Jahr erwartet. Das gehe auch auf eine Investition von rund 400.000 Euro in neue Videotechnik zurück.

Als Gastschauspieler sind nach Angaben Dörrs unter anderen Peter Jordan und Lilith Stangenberg angekündigt. Auch die Choreografinnen Sasha Waltz und Constanza Macras sollen weiter mit der Volksbühne zusammenarbeiten.

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Veröffentlicht am:
12. 04. 2019
18:24 Uhr

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