Arzberg

Gewerkschaften wollen soziales Europa

Deutsche und Tschechen rufen zur Europawahl auf. Nationalisten müsse eine Abfuhr erteilt werden, fordern sie. Und es dürfe nicht wieder Grenzen geben, die abschotten.



Gewerkschafter aus Tschechien und Bayern setzten am Grenzübergang Hammermühle-Libá ein Zeichen: Sie riefen zur Europawahl auf, um Nationalisten und Populisten eine Abfuhr zu erteilen.	Foto: Peter Pirner
Gewerkschafter aus Tschechien und Bayern setzten am Grenzübergang Hammermühle-Libá ein Zeichen: Sie riefen zur Europawahl auf, um Nationalisten und Populisten eine Abfuhr zu erteilen. Foto: Peter Pirner  

Hohenberg - Der Countdown zu den Wahlen zum Europäischen Parlament läuft. Am Freitag kamen rund 50 Gewerkschafter aus Deutschland und Tschechien zu einem besonderen Treffen zusammen. Am Fußgänger-Grenzübergang Hammermühle -Libá/Dubina bei Hohenberg forderten sie ein soziales Europa. Dabei zeigten sie mit einem improvisierten Schlagbaum, mit Plakaten und Fahnen, dass sie nicht zurück zu abschottenden Grenzen wollen, sondern für ein gemeinsames Europa einstehen.

Das Treffen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und des tschechischen Dachverbands Ceskomoravská konfederace odborových svazu (CMKOS) organisierten Mathias Eckardt, DGB-Regionsgeschäftsführer Oberfranken, und Petr Arnican, Leiter der Abteilung Grenzüberschreitende Beziehungen im DGB-Bezirk Bayern. So kurz vor den Wahlen wollen die Arbeitnehmervertreter ein Zeichen setzen: "Gehen Sie wählen! Wählen Sie eine demokratische Partei, die sich für und nicht gegen Europa einsetzt!" Nationalisten und Populisten müsse eine Abfuhr erteilt werden.

Unter dem Motto "Gewerkschaften für Europa" unterstreichen die Teilnehmer die bereits langjährige Zusammenarbeit und Solidarität untereinander. Europa soll sich nicht nur auf politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit beschränken. Die Gewerkschafter machen sich ebenso für ein soziales, solidarisches und gerechtes Europa stark. "Nur starke, grenzübergreifend vernetzte und kooperierende Gewerkschaften gewährleisten mehr soziale Sicherheit", so fasst es Petr Arnican zusammen. Klare Regeln für Arbeitszeit und Entlohnung, ein europäischer Rahmen für "armutsfeste" Mindestlöhne und die Einhaltung sozialer Standards für Arbeitnehmer zählen dabei zu den wichtigsten Forderungen der deutschen und tschechischen Gewerkschaften.

DGB und CMKOS arbeiten schon seit 1997 im interregionalen Gewerkschaftsrat Böhmen-Bayern (IGR BoBa) zusammen. Deren Präsident Pavel Ružicka, der auch die tschechische Einzelgewerkschaft Holz-Forst-Wasser vertritt, setzt sich im Nachbarland für ein Europa der Bürgerinnen und Bürger und für ein Europa der Arbeitnehmer ein.

Auch das DGB-Ortskartell Marktredwitz nahm mit einer Abordnung am Treffen mit tschechischen Gewerkschaften bei Hohenberg teil. "Wir unterstützen damit die Wichtigkeit des europäischen Gedankens von Frieden, Solidarität und Gerechtigkeit", betont Josef Schwemmer, Vorsitzender des Ortskartells. Dreißig Jahre nach dem Mauerfall und der friedlichen Revolution in Tschechien sollte jedem klar sein, dass kein Mitgliedsstaat der EU allein genügend Gewicht habe, um die Interessen seiner Bürger im Alleingang durchzusetzen. Das könne auch nicht das Ziel der EU sein. Nur gemeinsam könne die EU weiter erfolgreich bestehen.

"Wir dürfen den Anti-Europäern mit ihrem Gebrüll nach neuen Mauern und Grenzen nicht das Feld überlassen", so Schwemmer.

Autor

Peter Pirner
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
13. 05. 2019
17:16 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Demokratie Europawahlen Europäische Union Europäisches Parlament Gewerkschaften Mindestlohn Nationalisten Parlamente und Volksvertretungen Sozialer Schutz und soziale Sicherheit
95352 Hohenberg
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Die Band "JazzLive" genießt es, in Freiheit Musik machen zu können (von links): Werner Sladek, Rainer Kolbeck, Stefan Mehlan, Jürgen Schenkel und Band-Leader Thomas Pitzl.	Foto: pr.

25.04.2019

Ein Abend "für Europa"

Die Arzberger SPD lädt zu einem Abend mit viel Musik im europäischen Gedanken ein. Die Band "JazzLive" liefert den Takt. » mehr

Die Delegation aus Hohenberg an der Eger beim Festzug in Balatonkeresztúr.	Foto: pr

11.07.2019

Besuch bei Freunden in Ungarn

Eine Delegation aus Hohenberg nimmt in Balatonkeresztúr an einem Fest teil. Es wird fröhlich gefeiert, es gibt aber auch nachdenkliche Momente. » mehr

Zwei Kandidaten der kommenden Kommunalwahl: der designierte Arzberger Bürgermeisterkandidat der CSU, Michael Fuchs (links), und der bereits nominierte CSU-Landratskandidat Peter Berek. Foto: pr.

13.06.2019

Michael Fuchs will Bürgermeister werden

Der erweiterte Vorstand der CSU Arzberg schlägt den Ortsvorsitzenden als Kandidaten für die Kommunalwahl vor. Die Nominierung findet nach der Sommerpause statt. » mehr

In Hohenberg und den Ortsteilen Sommerhaus und Neuhaus verlegen demnächst Arbeiter Leerrohre, in die dann Glasfaserkabel eingeblasen werden. Foto: Jan Woitas/dpa

26.06.2019

Breitbandausbau bis 2020 fertig

In Hohenberg starten die Arbeiten am schnellen Internet. Auch die Ortsteile Neuhaus und Sommerhau sind berücksichtigt. » mehr

Ein scheinbar nie endendes Projekt: Zum mittlerweile vierten Mal ist die Abstimmung über den vierspurigen Ausbau der B 303 bei Schirnding vertagt. Foto: Florian Miedl

20.05.2019

Entscheidung über B 303 wieder vertagt

Ein Jahr nach dem Baustopp für die Mini-Autobahn bei Schirnding ist immer noch unklar, ob der Ausbau weitergeht. Die Abgeordnete Ekin Deligöz spricht von einer "Farce". » mehr

Wie leben geflüchtete Menschen in einer bayerischen Gemeinschaftsunterkunft? Darüber informierten sich in Arzberg (vorne, von links): die Schirndinger Pfarrerin Marion Abendroth, Pfarrer Samson Kone aus Papua-Neuguinea, sein Kollege Edgar Pasking von den Philippinen und Roy Moke, der Ehemann der Pfarrerin. Mit im Bild (hinten, von links): Amin Mohammadi Kamareh aus dem Iran, Flüchtlingshelfer Günther Frank, Diar und Donya Norani sowie Milad Jahanbakhsh aus dem Iran und Edris Haji Bedaa aus Äthiopien. Foto: Christl Schemm

08.07.2019

In der Warteschleife des Lebens

Besuch in der Arzberger GU: Geflüchtete schildern Pfarrerin Marion Abendroth sowie zwei Geistlichen aus Papua-Neuguinea und von den Philippinen ihre Situation. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Dance, Brass & Beat 2019 Hof

Dance, Brass & Beat 2019 - Teil 2 | 18.07.2019 Hof
» 198 Bilder ansehen

Plassenburg-Open-Air mit Stahlzeit

Plassenburg-Open-Air mit Stahlzeit | 16.07.2019 Kulmbach
» 9 Bilder ansehen

SpVgg Bayern Hof - DJK Ammerthal 1:1

SpVgg Bayern Hof - DJK Ammerthal 1:1 | 17.07.2019 Hof
» 47 Bilder ansehen

Autor

Peter Pirner

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
13. 05. 2019
17:16 Uhr