Fichtelgebirge

Anke Engelke und Hannah Herzsprung drehen im Fichtelgebirge

Anke Engelke und Hanna Herzsprung drehen für "Mein Sohn" im Fichtel-gebirge. Auch im "Egertal" machen sie Halt - tagsüber zum Arbeiten, nach Feierabend zum Plaudern.



Die Schauspieler Anke Engelke, Jonas Dassler und Hannah Herzsprung, "Egertal"-Chef Theo Rupprecht und Michael von Hohenberg, Aufnahmeleiter und Filmbeauftragter für die Region (von links), verbrachten nicht nur während des Drehs zusammen Zeit.
Die Schauspieler Anke Engelke, Jonas Dassler und Hannah Herzsprung, "Egertal"-Chef Theo Rupprecht und Michael von Hohenberg, Aufnahmeleiter und Filmbeauftragter für die Region (von links), verbrachten nicht nur während des Drehs zusammen Zeit.   Foto: Jutta Jahreis

Weißenstadt - Für seine dichte Fotowand mit prominenten Gästen hat Theo Rupprecht, Chef des Edel-Restaurants "Egertal", ein neues Foto. Beim Dreh des Dramas "Mein Sohn" haben die Schauspielerinnen Anke Engelke und Hanna Herzsprung mit ihrem Kollegen Jonas Dassler im Juni mehrere Wochen im Fichtelgebirge Halt gemacht.

Ein Schauplatz des Films ist die kleine Wohnung über dem Weißenstädter Lokal, in der Schauspieler, Kamerateam, Regisseure, Masken- und Kostümbildner und Tonleute für den Debütfilm teilweise bis um drei Uhr morgens arbeiteten. Die Dreharbeiten entgingen in der Stadt niemandem. "40 Mann sind für die Produktion angereist. Überall standen Lastwagen und Sprinter mit Equipment. "Die Nachbarn waren neugierig und haben sich erkundigt, wer gekommen ist", berichtet Rupprecht. Auch die Restaurant-Gäste wurden Zeugen der Ausnahmesituation. "Da der Lokalbetrieb ganz normal weiterlief, haben wir die Leute auf der Terrasse einfach um ein wenig Ruhe gebeten."

Obwohl das Fichtelgebirge im Film nicht immer das Fichtelgebirge, sondern auch Schauplätze im Bayerischen Wald oder der Schweiz darstellt, profitiert die Region von den Dreharbeiten, sagt Regisseur und Schauspieler Michael von Hohenberg. Denn die Dreharbeiten seien auch ein kleiner Wirtschaftsfaktor: "An manchen Tagen haben wir Betten für mehr als 60 Menschen gebraucht. Während der Drehzeiten waren Zimmer in ganz Weißenstadt ausgebucht."

Seit sechs Jahren sorgt von Hohenberg im Auftrag des Landkreises dafür, Dreharbeiten in die Region zu holen. Für "Mein Sohn" hat er nicht nur passende Schauplätze gefunden, sondern stand auch selbst vor der Kamera. Im Gasthaus "Zum Goldenen Adler" in Sparneck im Landkreis Hof mimt der Filmbeauftragte den Gastwirt. "In der Regel treffe ich sehr früh auf die Regisseure, wenn viele Rollen noch nicht besetzt sind. Dass ich als Schauspieler mitwirke, wenn mein Typ gefragt ist, ist für mich Routine."

Weniger selbstverständlich hingegen sei die Freundlichkeit der prominenten Gäste gewesen: "Als ich Anke Engelke bei der Anreise den Koffer abnehmen wollte, hat sie das ausgeschlagen. Von Starallüren und Extrawürsten keine Spur. Das habe ich bereits anders erlebt", erzählt Rupprecht, bei dem schon Thomas Gottschalk, Dana Schweiger oder Johannes Heesters gegessen haben. Tagsüber drehten die Schauspieler im ersten Stock des Hauses, nach Feierabend waren Engelke und Herzsprung im Restaurant im Erdgeschoss privat zu Gast.

Bei einem Rundgang durch die Restaurantküche kamen Besucher und Gastgeber zu einem Gläschen zusammen und schließlich ins Plaudern. "Mit dem Küchenchef hat sich Anke lange über vegane Ernährung unterhalten", erzählt Rupprecht. Großes Interesse habe der alte Molteni-Herd geweckt, den der Gastronom seinen Gästen gerne erklärt. Anschließend folgt ein Ritual: "Ich lasse sie sich dann auf die ausklappbare Tür stellen - quasi als Eisbrecher."

In den Kinos wird das Road-Movie, das die Fernsehgesellschaft Warner Bros. mitfinanziert, im Dezember 2020 zu sehen sein. Nachdem Jason (Jonas Dassler) nur knapp einen Unfall überlebt, geraten er und seine Mutter Marlene (Anke Engelke) immer wieder aneinander. Jason fühlt sich unverwundbar, während seine Mutter ihn seit dem Unfall mehr und mehr beschützen möchte. Sie fasst schließlich den Entschluss, ihren Sohn auf einem Umweg durch die Republik von Berlin zur Reha in die Schweiz zu bringen. Auf der Reise kommen die Fragen auf, wie viel Angst zulässig ist und was man in Kauf nehmen muss, um loszulassen. "Ob es der Film zu uns in die Kinos schafft, werden wir sehen", sagt von Hohenberg.

Bis die nächste Crew anrollt, wird nicht viel Zeit verstreichen. Denn seit ein paar Jahren entdecken immer mehr Filmemacher das Fichtelgebirge für ihre Produktionen: "Mittlerweile hat sich in der Branche herumgesprochen, dass man in der Region gut drehen kann." Sie habe sich zu einem der drehstärksten ländlichen Orte in Bayern entwickelt.

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Katharina Melzner

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Veröffentlicht am:
11. 07. 2019
16:00 Uhr

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Katharina Melzner

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11. 07. 2019
16:00 Uhr