Hof

300 Meter Zaun gegen Untreusee-Gänse

Die Plage am Hofer Untreusee soll ein Ende haben: Die Stadt will von nächster Woche an Geflügelschutzzäune errichten. Das soll die Tiere endlich vertreiben.



Die Kanadagänse fühlen sich am Untreusee pudelwohl. Aber damit soll bald Schluss sein. Ein Zaun soll die Vögel entgültig vom See vertreiben.	Foto: Uwe von Dorn
Die Kanadagänse fühlen sich am Untreusee pudelwohl. Aber damit soll bald Schluss sein. Ein Zaun soll die Vögel entgültig vom See vertreiben. Foto: Uwe von Dorn  

Hof - Mit einer neuen Idee macht die Stadt mobil gegen die Kanadagänse am Untreusee. Sie will das Naherholungsgebiet Untreusee endlich von den ihr lästigen Tieren befreien - und zwar mit Zäunen. Vom 2. Mai an sollen sogenannte Geflügelschutzzäune die Vögel vom Wasser fernhalten. Das verkündete Herbert Groh, der in der Stadtverwaltung für Grünanlagen zuständig ist, in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses.

Zu extrem hat sich das störende Federvieh in den vergangenen Jahren vermehrt. Im November 2018 zählte die Stadt 100 Gänse am See, die ihren Kot überall auf den Liegewiesen verteilten. Auch in diesem Jahr hat die Brutzeit der Vögel bereits begonnen. Noch bis Juni legt jedes Weibchen durchschnittlich vier bis sechs Eier, aus denen neue Jungtiere schlüpfen.

Zunächst hatte die Stadtverwaltung vor, Schwimmbarrieren im Wasser zu errichten. Durch diese Barrieren sollte den Jungtieren der Zutritt zum Badebereich verwehrt werden. Das hätte die Tiere laut dem Vorsitzenden der Hofer Jägerschaft, Armin Hohmann, auf die Felder rund um den See und ins Biotop vertrieben. Dort wäre eine Bejagung möglich gewesen.

Jetzt hat sich die Stadt aber für eine andere Vergrämungsmaßnahme entschieden. Der Fischereiverein Obere Saale hatte Bedenken geäußert. "Nach einem gemeinsamen Ortstermin mit dem Fischereiverein wurde deutlich, dass die Schwimmbarrieren den Angelbetrieb behindern würden", informiert Susanne Groh, Mitarbeiterin der Pressestelle, auf Nachfrage der Frankenpost . Die Möglichkeit, Geflügelschutzzäune zu errichten, habe als Variante nach diversen Vorgesprächen zur Auswahl gestanden und werde nun umgesetzt.

Durch den Zaun soll laut Groh eine Trennwand zwischen Badewiese und Gewässer entstehen. "Die Beobachtungen bei den bisherigen Vergrämungsmaßnahmen zeigten ein Fluchtverhalten der Gänse zum Gewässer hin. Diese direkte Fluchtmöglichkeit ist nun nicht mehr möglich." Derartige Situationen würden die Tiere normalerweise meiden, um keine Gefahr zu riskieren. Der Zaun solle zudem verhindern, dass die Gänse mit den noch flugunfähigen Jungtieren aus dem See auf die Wiese zum Äsen spazieren können.

Der Geflügelschutzzaun werde etwa 300 Meter lang und 90 Zentimeter hoch sein und direkt am Ufer am Badestrand bei den Grillplätzen verlaufen. Der Zaun bestehe aus einem Maschengewebe. Sichtbehinderungen für Untreusee-Besucher müsse aber niemand fürchten. "Das Gewebe ist aus einer Distanz von mehr als zehn Metern optisch kaum wahrzunehmen und stellt keine direkte Sichtbehinderung dar", betont Groh. Sichtbar seien lediglich die Stäbe, an denen das Maschengewebe in einem Abstand von zehn Metern befestigt ist. "Beim Ortstermin wurde ein Stück Zaun bereits zur Probe aufgestellt." Auch sonst soll der Schutzzaun für die Hofer und alle anderen See-Besucher keine Behinderung darstellen. Badegäste könnten den Zaun umlaufen, um über Zugänge an den Enden zum Strand oder ins Wasser zu gelangen.

Ob die Gänse sich von den 90 Zentimeter hohen Zäunen tatsächlich abhalten lassen, bleibt abzuwarten. Die Stadtverwaltung ist aber zuversichtlich. "Es ist durchaus möglich, dass die Gänse zunächst auf dem Badestrand landen, allerdings entsteht bei einer Vergrämung für sie eine Gefahrensituation, die sie mit hoher Wahrscheinlichkeit meiden", versichert Susanne Groh. Zudem würden die Elterntiere in der Regel nicht fliegen, solange die Jungen noch flugunfähig sind.

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Nadine Schobert

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Veröffentlicht am:
25. 04. 2019
18:10 Uhr

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25. 04. 2019
18:10 Uhr