Münchberg

Helmbrechts ohne Augenarzt

Dr. Sören Thierfelder hat seine Praxis geschlossen. Sollte er die Suche nach einem Nachfolger aufgeben, droht der Verlust des Arzt-Sitzes. Die Stadt will das verhindern.



Mit Zetteln an den Fenstern weist Dr. Sören Thierfelder auf die Schließung seiner Praxis in der Koloniestraße hin. Foto: cs
Mit Zetteln an den Fenstern weist Dr. Sören Thierfelder auf die Schließung seiner Praxis in der Koloniestraße hin. Foto: cs  

Helmbrechts - Mit einem Zettel im Fenster und einer Nachricht auf dem Anrufbeantworter hat sich Augenarzt Dr. Sören Thierfelder von seinen Patienten verabschiedet. Zum 1. Juli hat er seine Praxis in Helmbrechts geschlossen. Auf dem Aushang an den Fensterscheiben teilt er mit, dass er sich nach 21 Jahren noch einmal beruflich neu orientiert hat.

Für die Stadt kann das schwerwiegende Folgen haben: Eventuell verliert Helmbrechts damit den Sitz für einen Augenarzt grundsätzlich, sodass sich auch kein neuer Mediziner niederlassen kann.

Wie Birgit Grain, Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern, erklärt, hat der Augenarzt bereits versucht, einen Nachfolger für seine Praxis zu finden. Allerdings ohne Erfolg. Nun liege es allein an ihm, ob er eine neue Ausschreibung, also eine neue Suche, starten will. "Seine Antwort steht noch aus."

Sollte er sich gegen einen weiteren Versuch entscheiden, wird der Sitz eines Augenarztes in Helmbrechts in nächster Zeit wegfallen. Denn die Kreisregion Hof gilt als überversorgt mit Augenärzten. Ohne Dr. Thierfelder listet die KVB noch elf Augenärzte auf, fünf davon in Münchberg, je einer in Naila und Rehau, vier in Hof.

Der Helmbrechtser Bürgermeister Stefan Pöhlmann übt Kritik an diesem System. "Eine Überversorgung passt nicht zu den Erfahrungen der Patienten, die lange auf einen Termin warten müssen. Daran zeigt sich, dass es eben zu wenige Augenärzte gibt."

Er würde es sehr bedauern, wenn der Sitz des Augenarztes wegfallen würde. "Natürlich sind Fachärzte für unsere Stadt wichtig." Von Thierfelders Entscheidung sei er ebenso überrascht worden wie viele Patienten. Genau wie sie habe auch er den Zettel im Fenster als einzige Nachricht vorgefunden.

Mehrfach und über verschiedene Kanäle hat Pöhlmann versucht, mit dem Arzt Kontakt aufzunehmen. Doch das sei bislang nicht gelungen. Auch eine Anfrage unserer Zeitung blieb bislang unbeantwortet.

Die Stadt jedenfalls ist sehr daran interessiert, den Arzt-Sitz zu halten. Ansonsten passiert das, was in Münchberg 2016 mit dem Kinderarzt-Sitz geschehen ist: Weil die Ärztin damals keinen Nachfolger finden konnte, fällt es jetzt doppelt schwer, einen neuen Mediziner für den Standort zu begeistern. Wenn in einem überversorgten Gebiet ein Arzt-Sitz weggefallen ist, kann er nicht ohne Weiteres wieder hergestellt werden. Bürgermeister Stefan Pöhlmann hat Landrat Dr. Oliver Bär über die drohenden Folgen informiert. Wie er mitteilt, werden sie versuchen, eine Lösung zu finden. Dafür habe man bereits Kontakt zu Augenärzten aufgenommen, um die Möglichkeit einer Filial-Praxis zu prüfen.

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Claudia Sebert
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Veröffentlicht am:
11. 07. 2019
19:16 Uhr

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Claudia Sebert

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Veröffentlicht am:
11. 07. 2019
19:16 Uhr