Lokalsport

Mitterteich gegen Röslau: Ein heißer Ritt zur Eröffnung

Der SV Mitterteich und der FC Vorwärts Röslau bestreiten heute Abend das Auftaktspiel in der Fußball-Landesliga Nordost. Der Gastgeber hofft auf eine große Kulisse.



Kampf war in der Vorsaison Trumpf in den Duellen zwischen Mitterteich und Röslau. Hier fährt Vorwärts-Kapitän Jaroslav Smrha (rechts) dem Mitterteicher Marco Kießling in die Parade.	Foto: Peter Perzl
Kampf war in der Vorsaison Trumpf in den Duellen zwischen Mitterteich und Röslau. Hier fährt Vorwärts-Kapitän Jaroslav Smrha (rechts) dem Mitterteicher Marco Kießling in die Parade. Foto: Peter Perzl  

Zum 100. Jubiläum das Eröffnungsspiel der Fußball-Landesliga Nordost, dazu noch das zugkräftige Derby gegen den FC Vorwärts Röslau: Mitterteicher Fußballherz, was willst du mehr? Seit Bekanntgabe des Spielplans des Bayerischen Fußball-Verbandes fiebern die Stiftländer der Partie am heutigen Freitag (18.30 Uhr) voller Vorfreude entgegen, die Euphorie ist riesengroß. "Die gesamte Vorbereitung ist ja auf das erste Punktspiel ausgerichtet", sagt Roland Eckert, der Vorsitzende des SV Mitterteich. Für ihn ging es in den vergangenen Tagen und Wochen vor allem darum, organisatorisch alles für den heutigen, großen Tag vorzubereiten. "Jetzt hoffen wir, dass auch das Wetter mitspielt. Dann sollte einer großen Kulisse nichts im Wege stehen."

Man muss keinen Hellseher bemühen, um die Voraussage zu treffen, dass das Derby zwischen dem SV Mitterteich und dem FC Vorwärts Röslau heute Abend wieder ein heißer Ritt wird. Als Beweis dienen die Duelle in der vergangenen Saison, als sich die Rivalen in beiden Spielen die Punkte teilten. "Die Tagesform wird wohl entscheiden", meint Roland Eckert. Er sieht - wie auch die beiden Trainer Ali Sener (Röslau) und Andreas Lang (Mitterteich) - die Landesliga in der neuen Saison deutlich stärker. "Nicht nur durch die Bayernligaabsteiger SpVgg Jahn Forchheim, ASV Vach und FSV Erlangen-Bruck hat die Liga an Qualität hinzugewonnen. Auch die Spitzenteams des Vorjahres haben kräftig aufgerüstet. Dazu kommt noch der Aufsteiger aus Selb mit seinen Verstärkungen."

Für Roland Eckert wäre deshalb eine Wiederholung von Platz sechs, auf dem der SV Mitterteich die Saison 218/19 abgeschlossen hat, schon eine kleine Sensation. "Wir wollen im Tabellenmittelfeld wieder eine gute Rolle spielen mit unserer jungen Mannschaft, die noch reifen und ihr System finden muss." Erstes Ziel sei deshalb, nichts mit der gefährdeten Zone in der Tabelle zu tun haben. "Ein guter Start wäre da sehr wichtig. Aber das will jede Mannschaft", weiß der SVM-Vorsitzende.

Zwei Mannschaften auf Augenhöhe und keine allzu großen Überraschungen erwartet der Trainer der Stiftländer im heutigen Eröffnungsspiel. "Beide Mannschaft kennen sich gut. Auf und neben dem Platz", sagt Andreas Lang, der in seine vierte Saison beim SV Mitterteich geht, und der dem Team in den vergangenen drei Jahren ein neues, frischeres Gesicht verpasst hat. Der 40-jährige Betriebswirt aus Naila rechnet mit einer "ganz engen Kiste". Röslau verfüge über eine sehr erfahrene, beständige und eingespielte Truppe. "Wir wissen, auf was wir uns da einstellen müssen." Besonders vor der Offensivpower des FC Vorwärts um Torjäger Tonka hat Lang einigen Respekt. Selbst forsch auftreten und die Leistung aus den Testspielen bestätigen, wünscht sich der SVM-Coach von seiner eigenen Mannschaft.

Nicht minder "heiß" wie den Gastgeber sieht der Röslauer Trainer Ali Sener sein eigenes Team. Nachdem die vergangenen Wochen mit viel harter Arbeit und einigen weniger schönen Trainingseinheiten für die Spieler verbunden waren, sei beim Abschlusstraining am Mittwoch die Vorfreude richtiggehend zum Greifen gewesen, sagt Sener. "Die Jungs sind voll motiviert. Alle freuen sich auf den Auftakt und das Derby." Sener glaubt, dass einmal mehr nur Kleinigkeiten über den Spielausgang entscheiden werden. "Wir können jedenfalls positiv gestimmt in das Spiel gehen. Schließlich haben wir nichts zu verlieren. Der Druck liegt beim SV Mitterteich." Was nicht heißen muss, dass der seit vielen Jahren in Mitterteich ungeschlagene FC Vorwärts nicht wieder etwas Zählbares mitnehmen möchte in Fichtelgebirge.

Der Röslauer Trainer sieht die Stiftländer dennoch als "ganz klaren Favoriten", weil sie sich nicht nur in der Breite, sondern auch in der Tiefe sehr gut verstärkt hätten mit dem Bayernliga-erfahrenen Routinier Thomas Wildenauer oder den Ex-Chemnitzer Maximilian Christl sowie der jungen Weidener Garde. Spieler, die allesamt eine super Ausbildung genossen hätten . "Mtterteich hat eine gute, junge Mannschaft, die sich schon in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht hat", sagt Sener, der in diesem Zusammenhang auch die Arbeit seines Trainerkollegen Andreas Lang lobt. "Mich regt immer nur sein Understatement auf", mein Sener grinsend.

Etwas getrübt wurde beim FC Vorwärts Röslau die Vorfreude auf den Saisonstart in der vergangenen Woche durch den überraschenden Abgang von Waldemar Schneider in Richtung Kickers Selb. "Die Sache ist durch, ich will eigentlich nichts mehr aufkochen", sagt Trainer Ali Sener auf Nachfrage der Frankenpost. Um dann doch ein wenig Einblick in seine Gefühlswelt zu geben. "Als sich Waldi letzten Donnerstag von der Mannschaft verabschiedet hat, war bei jedem unserer Spieler doch eine gewisse Enttäuschung zu verspüren. Man verlässt sich halt auf das Wort von einem. Das ist menschlich schade. Und sportlich können wir ihn sicher nicht eins-zu-eins nicht zu ersetzen. Damit hakt Sener das Kapitel aber auch ab. "Der FC Vorwärts hat auch ohne Schneider schon Landesliga gespielt. Wir müssen jetzt erst recht als Mannschaft zusammenlangen und das gesamte Team noch einmal zehn Prozent draufpacken."

Es ist kein Geheimnis, dass der FC Vorwärts nach Schneiders Abgang noch einmal die Fühler nach einer Verstärkung ausgestreckt hat. "Wir halten Augen und Ohren offen", bestätigt Ali Sener. "Aber ein neuer Spieler muss nicht nur finanziell, sondern auch menschlich passen."

Personell müssen heute Abend beide Trainer auf wichtige Spieler verzichten. Beim SV Mitterteich fehlen neben den Langzeitverletzten Christoph Hegenbart (Schambeinentzündung), Nick Watzlawik (Kreuzbandriss) und Kaan Özdemir (Bänderriss) auch Justin Wagner (Leistenprobleme) und Daniel Lauterbach (Aufbautraining). Dem FC Vorwärts Röslau steht neben Ersatzkeeper Adrian Kießling und Andre Blaumann, der nach einem Mittelfußbruch in der kommenden Woche überraschend früh wieder ins Training einsteigt, auch Sebastian Hermann nicht zur Verfügung. Der 28-Jährige befindet sich noch bis Montag in den Flitterwochen in Griechenland.

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
12. 07. 2019
00:00 Uhr

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Andreas Pöhner

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12. 07. 2019
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